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Schule der fräsenden Philosophen
Neue innovative Schulen ermutigen ihre Schüler Kopf und Hände zu verwenden.
von Alex Sosler
Dienstag, 1. April 2025
Verfügbare Sprachen: English
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Im jahr 1989 verwüstete Hurrikan Hugo die Küste South Carolinas. Als danach historische Häuser und Gebäude repariert werden mussten, suchten viele Hausbesitzer nach Stuckateuren oder Steinmetzen. Zur großen Überraschung aller, fanden sich kaum mehr Handwerker dieser Disziplinen.
Daraufhin gründete eine Gruppe inspirierter Pädagogen das American College of Building Arts (ACBA) in Charleston. Nach dem Vorbild der französischen Initiative Compagnons du Devoir möchten sie das mittelalterliche Zunftwesen neu etablieren. Eine Zunft hatte zwei Aufgaben. Die Zünfte, und nicht die Regierung, legten Standards fest und kontrollierten diese, indem sie entschieden, wer qualifiziert war und was Qualität bedeutete. Die Zunft sorgte ausserdem für eine gute Ausbildung. Die Lehrlinge waren Teil der Zunft und konnten auf eine Fülle von Ressourcen zurückgreifen und von den Meistern lernen. Anders als heute war es nicht in erster Linie der Wettbewerb, der die Zünfte anspornte, sondern der Wunsch, gute Arbeit zu leisten und bessere Handwerker zu werden.

Ein Student des American College of Building Arts in Charleston, South Carolina, arbeitet an einem handgemeißelten Elelement für eine Stadtverschönerungsinitiative. Foto verwendet mit freundlicher Genehmigung von ACBA.
Statt schnelle, einfache Prozesse mit günstigen Materialien zu lehren, hat sich das ACBA zum Ziel gesetzt, Männer und Frauen auszubilden, die schöne, langlebige Objekte erschaffen und erhalten können. Wenn man durch den kleinen Campus von Charleston spaziert, fällt auf, dass das Gebäude mit Projekten der Studenten geschmückt ist. Die Eingangstüren fertigten Tischlerei-Lehrlinge an. Ein Kronleuchter, der von Schmieden hergestellt wurde, hängt über dem Eingangsbereich. Bei meinem Besuch arbeiteten die Studenten gerade an einer Gipsinstallation. Diese Abschlussprojekte „beweisen“, dass die Studenten zur Zunft gehören und in der Lage sind, hochwertige Arbeit zu leisten, die Respekt verdient.
Das ACBA ist darauf spezialisiert, gute Dinge zu schaffen. Gute Arbeit kommt nicht nur von Technologie, Techniken oder Prinzipien. Wie Wendell Berry in The Unsettling of America vorschlägt: „Sie kommt von einer Leidenschaft, die kulturell vorbereitet ist – einer Leidenschaft für Exzellenz und Ordnung, die an die Jungen weitergegeben wird, von älteren Menschen, die sie respektieren und lieben.“ Auf diese Weise sind sie Teil einer lebendigen Tradition, die Handwerk auf handfeste Weise weitergibt, aber offen bleibt für Verfeinerung und Verbesserung. Sie sind nicht gegen Innovation, doch muss Innovation das Gute der Tradition bewahren. In seinem 2006 erschienenen Essay Shop Class as Soulcraft (Handwerk als Seelenformer) fordert Matthew B. Crawford manuelle und technische Kompetenz: „Der Respekt des Handwerkers gilt üblicherweise nicht dem Neuen, sondern der Unterscheidung zwischen dem richtigen und dem falschen Weg.“
Anders als bei den meisten Berufsschulen verknüpft der Lehrplan bei ACBA die Handwerksdisziplinen mit den Geisteswissenschaften um ganzheitlich ausgebildete Absolventen hervorzubringen. Viele Schüler bringen eine Leidenschaft für ihr Handwerk mit und ACBA zeigt ihnen die Geschichte dieses Handwerks, warum es bedeutsam ist und warum es bewahrt werden sollte. Spezielle Kurse ermöglichen es, dieses Wissen praktisch anzuwenden: Während die Schüler verschiedene Säulen entwerfen, lernen sie gleichzeitig über die Geschichte der einzelnen Säulenstile und entdecken im Mathematikunterricht, wie der Satz des Pythagoras auf ihre Konstruktionen anzuwenden ist. Diese Verknüpfungen schaffen eine ganzheitliche Bildung. Im Zeichenkurs lernen die Schüler zuerst den menschlichen Körper zu skizzieren, weil gute Arbeit dem Maßstab des Menschen entspricht, ebenso wie die guten Werke, die sie hervorbringt. Obwohl die Institution nicht religiös gebunden ist, spiegelt dieser Gedanke die katholische Soziallehre wider: „Der Anfang, das Subjekt und das Ziel aller sozialen Institutionen ist und muss der Mensch sein“ (Papst Paul VI., Gaudium et spes). Die menschliche Person setzt sich aus Geist und Körper zusammen. ACBA bildet Handwerker in Traditionen aus, die eine menschlichere und schönere Welt schaffen. In einer Welt des Industrialismus, in der billige Materialien für billige Produkte mit billigen Arbeitskräften verwendet werden, entwirft ACBA eine neue Art der Arbeit, die Bestand hat.
Warum arbeiten nicht alle Schulen so?
Die Trennung zwischen Kopf und Händen, zwischen Intellekt und praktischen Fähigkeiten, lässt sich bis zu den Anfängen der westlichen Philosophie zurückverfolgen. Platon erdachte eine Gesellschaft, die von einem Philosophenkönig regiert würde. Die Vernunft war das höchste menschliche Gut, und von den unteren Klassen, die mit praktischen Aufgaben beschäftigt waren, wurde nicht erwartet, dass sie die Zeit oder Intelligenz hätten, über höhere Dinge nachzudenken.Diese Trennung kommt heute den praktischen Disziplinen zugute. Die Industrie drängte Schulen und Universitäten dazu, effektive Rädchen für die Maschine auszubilden. Kindern sollten praktische Fähigkeiten gelehrt werden. Wie Wendell Berry feststellt, hat sich die Bildung von „dem breiten, ‚liberalen‘ Sinn hin zur ‚praktischen‘ Vorbereitung auf den Lebensunterhalt zu verschiedenen ‚Programmen‘ für Zertifikate verschoben. ‚Liberal und praktisch‘ wurde zu ‚praktisch‘ reduziert und ‚praktisch‘ dann durch ‚spezialisiert‘ ersetzt. Der Maßstab ihres Zwecks verschob sich von Nützlichkeit hin zum Karriereismus.“
Die moderne Gesellschaft wird durch ihre Bildung darauf ausgerichtet, Geld zu verdienen und auszugeben. Und die Bildung selbst wird zu einer Ware: Sie muss den Konsumenten ansprechen, nicht zu herausfordernd und vor allem unterhaltsam sein. Aber kein Bildungskonzept, das diejenigen, die ihren Kopf benutzen, von denen trennt, die ihre Hände nützen, ist ganzheitlich oder gesund. Der Körper kann nicht gesund sein ohne den Geist, und der Geist nicht ohne den Körper. Eine vollständige Erziehung besteht darin, beide wieder miteinander zu verbinden und miteinander zu versöhnen.

Ein Schüler der Mount Academy arbeitet an einer Pfosten-Riegel-Konstruktion. Foto verwendet mit freundlicher Genehmigung der Mount Academy. .
Im Laufe der Geschichte wiesen einige Visionäre in diese Richtung. Nach dem Ersten Weltkrieg stellte Simone Weil in Frankreich ein Ausbildungsprogramm vor, welches das Mitwirken an der intellektuellen Kultur beinhaltete. Darüber hinaus wollte sie, dass die Schüler verlassene ländliche Gegenden erlebten, während sie Berufe erlernten. Auf diese Weise sollten sie die Orte, aus denen sie stammten, schätzen lernen und verwurzelt werden. In den Vereinigten Staaten hatten Dorothy Day und Peter Maurin im Rahmen der katholischen Arbeiterbewegung eine versöhnende Vision, die Diskussionen am runden Tisch, Häuser der Gastfreundschaft und eine landwirtschaftliche Universität umfasste. Intellektuelles Gespräch und Fürsorge für die Armen und das Land.
Ich lebe und arbeite heute im Schatten des Black Mountain College, einer innovativen und einflussreichen Kunsthochschule, die von 1933 bis 1957 bestand und einen geisteswissenschaftlichen Schwerpunkt mit der künstlerischen Ausbildung verband.
Doch obwohl es immer bemerkenswerte Alternativen gegeben hat, zielen die meisten modernen Bildungssysteme auf Spezialisierung statt auf Ganzheitlichkeit ab. Standard-Berufsausbildungen versuchen Persönlichkeitstypen und Interessen mit Berufen in Einklang zu bringen. Wie können wir stattdessen jeden Schüler ganzheitlich fördern?
Erziehung zum Menschen
Ein weiteres Beispiel für eine Schule, die Geisteswissenschaften mit einer Ausbildung in handwerklichen Berufen verbindet, ist die Harmel Academy, eine katholische Berufsschule für junge Männer in Grand Rapids, Michigan. Harmel entstand ebenfalls aus einem Bedürfnis heraus. Sie wurde von Handwerkern gegründet, die Schwierigkeiten hatten, zuverlässige, qualifizierte Arbeiter zu finden. Sie fragten sich, warum es keine katholischen Handwerkerschulen gab und gründeten 2021 selbst eine.
Seitdem hat sich die Frage, die die Schule antreibt, von „Warum gibt es keine katholische Hochschule, die sich auf Handwerke konzentriert?“ hin zu „Was brauchen Männer, bekommen es aber in der heutigen Welt nicht?“ verschoben. Die erste Frage adressiert ein akademisches Problem, die zweite Frage ein spirituelles. Jungen Männern mangelt es nicht nur an Fachkompetenz oder Kenntnis der Geisteswissenschaften. In der modernen Welt sind sich viele ihrer Identität nicht mehr bewusst. David Phelps, Präsident von Harmel, schreibt: „Es braucht nicht einfach Lehrpläne und Konferenzen, die sich auf die Ausbildung von Männern konzentrieren, sondern eine integrierte Spiritualität, eine Verankerung der Männlichkeit im Leben und Dienst Christi.“

Unterricht im Freien an der Harmel Academy in Grand Rapids, Michigan. Foto vernwedet mit freundlicher Genehmigung der Harmel Academy.
In der Enzyklika Laborem exercens schreibt Papst Johannes Paul II.: „Arbeit ist eine gute Sache für den Menschen – eine gute Sache für seine Menschlichkeit –, weil der Mensch durch Arbeit nicht nur die Natur verwandelt und sie seinen eigenen Bedürfnissen anpasst, sondern er auch als Mensch Erfüllung findet und in gewissem Sinne ‚mehr Mensch‘ wird.“ Im Gespräch wies Phelps auf die Inkarnation Christi hin. Christus war Lehrling bei Josef. Er war Handwerker, der durch das Tun lernte. Sein irdisches Leben dient als Beispiel dafür, wie man Gott in und durch Arbeit begegnet und ihm dient. Dies sind nicht nur Ideen oder Fertigkeiten, sondern eine Lebens- und eine Sichtweise. Phelps zitiert gerne diese Zeilen von Irenäus: „Denn die Herrlichkeit Gottes ist der lebende Mensch“ (Gegen die Häresien, 4.20.7). Doch er weist auch auf den folgenden Satz hin, der nicht so häufig zitiert wird: „Und das Leben des Menschen ist die Vision Gottes.“ Um ganz lebendig zu werden, muss man Gott sehen und die Begegnung mit Gott geschieht in der Arbeit, wenn die Arbeit Gebet und eine Erweiterung der Anbetung ist.
Dies klingt nicht zufällig monastisch. Die Harmel Academy orientiert sich stärker an der monastischen Tradition als an der scholastischen. Ein typischer Tag beginnt mit dem Morgengebet und endet mit der Vesper. Dazwischen arbeiten die Schüler in den Werkstätten oder absolvieren praktischen Unterricht. In der Mittagspause beschäftigen sie sich mit einem ihrer geisteswissenschaftlichen Kurse. Die Geisteswissenschaften, die an der Harmel Academy unterrichtet werden, sind ebenfalls nach diesem Menschenparadigma ausgerichtet: Jesus Christus. Weil er der vollkommene Mensch ist, lernen sie die Geschichte von Jesus. Sie lernen, Jesu Lehrling zu werden. Durch Diskussion und praktische Anwendung erfahren sie Lebensweisen, nicht nur Theorien. Die Schüler lernen eine Vielzahl von Berufungen kennen: nicht nur jene zu einem bestimmten Beruf, sondern auch die Berufung, Sünder und Heiliger, Bruder und Sohn, Nachbar und vielleicht auch Ehemann und Vater zu sein. Der geisteswissenschaftliche Part beginnt oft mit etwas, das die Schüler interessiert – zum Beispiel dem Film Ford v Ferrari. Wie kommen all diese Handwerker zusammen, um etwas Großes zu schaffen? Das führt zu einem Gespräch über Schriften von Aristoteles oder C. S. Lewis über Freundschaft, und endet in einer Diskussion darüber, was es bedeutet ein guter Freund zu sein.

Schüler der Mount Academy führen ein naturwissenschaftliches Experiment durch. Foto verwendet mit freundlicher Genehmigung der Mount Academy.
Oft fühlen sich die Schüler, die zu diesem Programm hingezogen werden, als Außenseiter im Mainstream-Bildungssystem: Sie mögen Schule nicht, aber sie arbeiten gerne mit ihren Händen. An der Harmel Academy finden sie Gemeinschaft. Es ist eine Erleichterung, dazuzugehören und in etwas gut zu sein, das an den meisten Schulen keinen Wert hat. Wenn Christus als Arbeiter kam, dann können sie, ihm gleich, als Arbeiter ihre Heiligung leben.
Eine alternative Schule
Wie können wir in einem Bildungssystem, das auf Karrieren ausgerichtet ist, Studenten dazu bringen, sich auf eine stärker verkörperte, humanistische Vision von Leben und Berufung zu besinnen? Es ist zu spät diese Ideen erst an den Universitäten einzuführen. Anfang 2010 beschloss die Bruderhofgemeinschaft, dass es an der Zeit war, eine alternative Oberschule zu gründen, die das Erlernen von Geisteswissenschaften mit dem Erlernen praktischer Fähigkeiten verbindet. 2012 wurde die Mount Academy in einem ehemaligen Priesterseminar der Redemptoristen am Ufer des Hudson River in Esopus, New York, gegründet.
Die Bruderhofgemeinschaft verfolgt einen ganzheitlichen Bildungsansatz. Die Mount Academy ist weder eine technische Schule noch ein Musikkonservatorium oder eine Sportakademie. Und doch ist sie all das. Ihre Philosophie basiert auf „Kopf, Herz, Hände“. Sie bietet den Schülern die Möglichkeit, ihre vollen menschlichen Fähigkeiten und Interessen zu entwickeln. Die Unterrichtsangebote umfassen Schweißen, Tanz, Landwirtschaft, Umweltwissenschaften, Kunstgeschichte, Holzbearbeitung und Kochen. Die Schüler können am Vormittag Platons oder Shakespeares Werke lesen und am Nachmittag an einer praktischen Aktivität teilnehmen, wie etwa dem Bau eines modularen Hauses auf dem Schulparkplatz.

Schüler des Mount Academy Chors. Foto verwendet mit freundlicher Genehmigung der Mount Academy.
Der integrative Lehrplan der Mount Academy erkennt den Wert eines jeden einzelnen Schülers an. Ein Schüler mag mehr zu akademischer Intellektualität neigen, ein anderer zu Musik, ein anderer zu einem bestimmten Beruf. In einem Einheitsansatz für Bildung werden typischerweise bestimmte Typen besonders geschätzt (die akademischen und sportlichen). Aber wenn jede Seele wertvoll ist, dann bringt jeder Schüler etwas Wertvolles in die Ausbildung ein. Die Mount Academy bietet jedem Schüler die Möglichkeit, zu der Person zu werden, zu der Gott ihn oder sie erschaffen hat. Wie der Schulleiter Barney Winter erklärte, besteht die Herausforderung darin, den Schülern zu helfen, über sich hinauszuwachsen und ihre Interessen zu entfalten. In dieser Erweiterung der Persönlichkeit liegt der Sinn. Wenn ein Sinn oder ein Zeck gefunden wird, können die Schüler zu liebevollen und fürsorglichen Menschen heranwachsen.
Was Studenten brauchen
Moderne Studenten scheinen eine anhaltende Verzweiflung zu empfinden, die mehr gefühlt als artikuliert wird, aber in zahllosen Studien über ihre psychische Gesundheit deutlich wird. Könnte ein Teil des Problems in einem Bildungssystem liegen, das sie bewertet und einstuft, anstatt ihnen zu vermitteln, was dem Leben Wert verleiht?
E. F. Schumachers einflussreiches Buch Small Is Beautiful aus dem Jahr 1973 enthält einen Standpunkt zur Bildung, der auch fünfzig Jahre später noch gilt: „Wenn ein Mensch also nach Bildung sucht, weil er sich entfremdet und verwirrt fühlt, weil ihm sein Leben leer und bedeutungslos erscheint, kann er das, wonach er sucht, nicht finden, indem er irgendwelche Naturwissenschaften studiert, d. h. durch das Erwerben von ‚Know-how‘. . . Es lehrt ihm viel darüber, wie Dinge in der Natur oder im Ingenieurwesen funktionieren, aber es sagt ihm nichts über den Sinn des Lebens und kann auf keinen Fall seine Entfremdung und geheime Verzweiflung heilen.“ Ohne ein geisteswissenschaftliches Curriculum werden wir weiterhin Studenten hervorbringen, die in dieser Malaise leben. Sie müssen lernen, wie man ein Mensch ist.

Schüler beim Gemüseanbau an der Mount Academy. Foto verwendet mit freundlicher Genehmigung der Mount Academy.
Aber wenn wir den Studenten nur Ideen vermitteln, geht ihr verkörpertes Selbst unter. Sie können nicht von ihrem Kopf leben. Zu ihrem Leben gehört auch ihr Körper. Die Welt des Geistes wird durch Aktivitäten in der physischen Welt, einschließlich der Arbeit mit den Händen, bereichert. So oft fordern wir unsere Schüler auf, durch Lesen zu lernen. (Ich bin Akademiker. Ein Hoch auf das Lesen!) Häufiger jedoch lernen die Menschen durch Tun. Eine umfassende Bildung schließt technische und praktische Fähigkeiten mit ein. Ein voll lebendiger Mensch hat ein Gehirn und Hände, die sich mit Freude, Kreativität und Produktivität an einer Aufgabe beteiligen können.
Die moderne Malaise führt dazu, dass noch mehr visionäre Schulen entstehen: St. Joseph the Worker in Steubenville, Ohio, ist eine katholische Schule, in der jeder Schüler einen Beruf erlernt und eine geisteswissenschaftliche Ausbildung erhält. St. Dunstan`s Academy ist eine anglikanische Internatsschule für Jungen im ländlichen Virginia. Es lassen sich leicht mehr Schulen wie diese vorstellen: Handelsschulen, die die Grundlagen des Handwerks zusammen mit seiner Geschichte und Technologie lehren, oder klassische Schulen, die den Unterricht der industriellen Künsten in ihr Kerncurriculum aufnehmen oder einen Garten anlegen, in dem die Schüler Landwirtschaft und Lebensmittelkonservierung lernen können, während sie die Vorratskammern der Schulkantinen füllen. Warum sollte es zwischen der akademischen, der künstlerischen, der natürlichen und der technischen Welt eine Trennlinie geben?

Ein Schüler der Mount Academy erlernt die bewährte Kunst des Fachwerkbaus. Foto verwendet mit freundlicher Genehmigung der Mount Academy.
Im Jahr 2018 berichtete David Brooks in seiner Kolumne in der New York Times über eine Schule namens Cometa in Como, Italien. Die Schule, die Pflegekinder unterrichtet, basiert auf der Erziehungsphilosophie Luigi Giussanis, die die Schönheit betont, weil Schönheit erzieht. Wie Brooks berichtet, „baut der Lehrplan der berufsbildenden Schule auf der Idee auf, dass Maschinen bald die meisten physischen Aufgaben übernehmen werden, aber keine Maschine je das Gefühl eines liebevollen Zuhauses erschaffen kann. Ob sie zu Kellnern, Tischlern, Stoffdesignern oder Konditoren ausgebildet werden, die Schüler lernen, gastfreundliche Erlebnisse zu verstehen und zu schaffen.“ Wie der CEO von Cometa, Alessandro Mele, es ausdrückt: „Alles sagt: ‚Willkommen in meinem Zuhause.‘“ Die moderne Wirtschaft basierte auf der Arbeit der Hände: Landwirtschaft, Industrie, Fertigung. Dies hat sich zu einer „Kopfwirtschaft“ verlagert: Buchhaltung, Management, Informationstechnologie.
Wir haben nun die Wahl: entweder noch technologischer und technokratischer zu werden oder Wege zu finden, um zu einer Wirtschaft zurückzukehren, in der der Mensch im Mittelpunkt steht, mit Kopf, Herz und Händen. Ein Roboter kann sagen: „Willkommen zu Hause“. Aber es bedarf einer ganzheitlichen und humanen Erziehung, um Menschen auszubilden, deren Herzen und Hände wissen, wie man wirklich ein Zuhause schafft und jemanden willkommen heißt.