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Reden wir über Freiheit!
Launch des Plough Magazins im Rahmen von Culture Conversations.
von Katharina Thonhauser
Dienstag, 1. April 2025
Freiheit – was bedeutet sie tatsächlich? Diese Frage stand im Mittelpunkt am Abend des 16. Jänner 2025. Die Menschenrechtsorganisation ADF International und Plough Magazin baten zu einer anregenden Keynote Rede und anschließenden Diskussion im Rahmen der Veranstaltungsreihe Culture Conversations im Botschaftsviertel in Wien. Titelgebend für den Abend war das damals aktuell erschienene Plough Magazin mit dem Thema Freiheit, zu dem der Geschäftsführer von ADF International, Paul Coleman, einen Artikel rund um Meinungsfreiheit beisteuerte und auch selbst am Podium neben der österreichischen Nationalratsabgeordneten Gudrun Kugler mitdiskutierte.
Zuerst begrüßten Sophia Kuby von ADF International und Andrew Zimmerman, Leiter der Bruderhof-Gemeinschaft in Österreich, die zahlreichen Gäste. Dann sprach der englische Pastor Andrew Wilson, selbst ein immer wieder präsenter Autor im Plough Magazin. In seiner viel beachteten und inspirierenden Ansprache, formulierte Wilson die Frage nach dem Verständnis der Freiheit, die von der französischen Revolution bis zur amerikanischen Konstitution, von der Oktoberrevolution bis zum heutigen Hollywood eine entscheidende Rolle spiele. Während wir wohl alle der Freiheit einen hohen Wert beimessen würden, so könnte die Definition echter Freiheit wahrscheinlich sehr unterschiedlich ausfallen.

Pastor Andrew Wilson, Nationalratsabgeordnete Gudrun Kugler und Paul Coleman (ADF) (v.l.n.r.). Fotos von Andreas Thonhauser, mit freundlicher Genehmigung.
Gerade deshalb versuchte sich Wilson in dieser Definition aus einer christlichen Sicht heraus. Um einer Antwort näher zu kommen, vertiefte er nicht nur die philosophische Geschichte und Tradition des Freiheitsbegriffes, sondern bemühte auch die Teleologie – Lehre der zufolge Handlungen oder Dinge durch ein Ziel oder einen Zweck bestimmt sind – und stellte sich und dem Publikum die Frage nach dem Sinn, dem Ziel der Freiheit. Er gab zwei Möglichkeiten vor: Sie würde uns schlicht und einfach dazu befreien, das zu tun was wir wollen. Oder, zweite Option, die Freiheit ermöglicht uns jene beste Version unserer selbst zu werden, ganz so wie Michelangelo einst seinen David aus einem soliden Marmorblock gehauen hat, ihn sozusagen zu dem Ideal befreite. Ist Freiheit also eher Selbstbestimmung oder doch Selbstbeherrschung?
Dann bemüht Wilson drei Autoren, die er die modernen Propheten unserer Zeit nennt. Einerseits bringt er das Beispiel von George Orwells 1984. Hier geht es um äußere Unterdrückung. Andererseits spricht er über Aldous Huxleys Brave New World, in welchem die Menschen sich selbst für ihre Knechtschaft entscheiden. Und schließlich erzählt er noch von der modernen Erzählung und Hollywoodverfilmung: Hunger Games oder Die Tribute von Panem, die beide Welten vereint: brachiale Unterdrückung in den äußeren Bezirken der erzählten, fiktiven Welt und innere Unterdrückung im Zentrum dieser Welt, in dem Menschen alles besitzen und haben und doch gänzlich unfrei sind.
Für Wilson ist klar, dass die christliche Freiheit die Antwort für beide Realitäten bedeutet. Ein Sprengen der Ketten und eine Überwindung der Gelüste. Ein Beenden jeglicher Unterdrückung und eine Reinigung unserer Seelen. Die christliche Vision von Freiheit verheißt innere und äußere Befreiung. Genau das sei am Ende auch die Aufgabe der Kirche, dieser Welt zu verkündigen, so Wilson. Wir alle seien dazu berufen, auf die Sehnsucht unserer Gesellschaft nach Freiheit zu antworten. Ihr müssen wir vermitteln, dass sie echte Freiheit nur finden wird, wenn sie nach beidem strebt, der „Freiheit von“ etwas aber auch jener „Freiheit zu“ etwas. Er endete mit dem Jesuswort aus Johannes 8: „ Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht. Der Knecht aber bleibt nicht ewig im Haus; der Sohn bleibt ewig. Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.“

Viele Interessierte nahmen an der Veranstaltung teil.